Der persönliche Austausch und das gesellschaftliche Miteinander standen im Mittelpunkt des traditionellen Neujahrsempfangs der Stadt Hoya. Im Kulturzentrum Martinskirche kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Bürgerschaft, Blaulichtorganisationen, Bundeswehr, Kirchen, Politik, Schulen, Vereinen, Verwaltung und Wirtschaft zusammen, um gemeinsam auf das neue Jahr zu blicken.
Aufgrund der winterlichen Witterung fiel die Teilnehmerzahl allerdings etwas geringer aus als in den vergangenen Jahren. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Trompeter Aleksander Raiser von der Musikschule Nienburg. Mit mehreren Stücken verlieh er der Veranstaltung eine festliche Atmosphäre.
Stadtdirektor Detlef Meyer betonte in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung von gesellschaftlichem Zusammenhalt und Verantwortung. Ein Neujahrsempfang sei nicht nur Anlass für Rückblicke und gute Wünsche, sondern auch eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, in welcher Gesellschaft man leben wolle. Gerade in Zeiten angespannter Debatten sei es wichtig, Haltung zu zeigen, ohne zu verhärten.
Der angekündigte Vortrag „Engagement unter Druck. Über digitale Gewalt, verrohte Debatten und die Bedeutung politischer Haltung“ konnte kurzfristig nicht stattfinden. Die Journalistin und Sozialunternehmerin Anna-Lena Freifrau von Hodenberg, Mitbegründerin und Geschäftsführerin der Organisation HateAid, musste ihre Anreise aus Berlin aufgrund der schwierigen Verkehrslage absagen. Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner griff das Thema dennoch auf und hätte der Rednerin, die kürzlich mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, gerne persönlich gratuliert. Mit Blick auf ein gegen sie verhängtes US-Einreiseverbot bemerkte Wasner, man könne durchaus stolz darauf sein, wenn einem einer der mächtigsten Autokraten der Welt die Einreise verweigere.
Im Anschluss erinnerte die Bürgermeisterin an die historischen Verbindungen der Familie von Hodenberg zur Region. Die Burg der Familie ging bereits 1291 an die Grafen von Hoya über. Die Sage vom Ritter Knuflock, der die Familie verraten haben soll, wurde von den Schülern Lisa Steinbach und Mats Stephan vorgetragen.
Zum Abschluss des Empfangs würdigte die Stadt Hoya erneut ehrenamtliches Engagement. In diesem Jahr wurde Annedore Niemann ausgezeichnet, die seit 2018 eine kostenlose Rentenberatung in den Rathäusern Hoya und Eystrup anbietet und sich insgesamt seit rund 40 Jahren ehrenamtlich engagiert. In ihrem kurzen Appell riet sie den Anwesenden, sich frühzeitig mit dem Thema Rente auseinanderzusetzen – „da hängt mehr dran, als man denkt“.